Dr. Kajetan Hinner

Rheinland-Pfalz Deutschland

Rheinland-Pfalz

Universität Mainz

Soziologie

Universität Mainz

Sommersemester 2006

Seminar: Soziologische Klassiker: Thorstein Veblen

Termin: Wöchentlich, Donnerstag, 14.00 bis 16.00 Uhr. Hs II, ReWi

Teilnehmer:

Studierende im Haupt- und Nebenfach Soziologie

Stellung im Studiengang:

Magister: Grundzüge
Diplom: Grundzüge

Eine Anmeldung (persönlich oder per E-Mail oder per Einschreibeliste) ist nicht notwendig. Interessierte Teilnehmer erscheinen bitte zur ersten Sitzung.

Überblick

Veblens Theorie der feinen Leute, erstmals 1899 veröffentlicht, ist einer der scharfsinnigsten und brillantesten Beiträge zur Soziologie des Prestiges, die wir kennen; ein klassisches Werk der Gesellschaftskritik, das intelligent und höchst lebhaft sich mit Institutionen, Sitten, Gebräuchen, kollektiven Denkgewohnheiten auseinandersetzt und dessen Nachwirkungen bei David Riesman ebenso wie bei Pierre Bourdieu zu erkennen sind. Als Grundmuster der westlichen Zivilisation interpretiert Veblen den – allen kulturellen und wirtschaftlichen Wandel überdauernden – Konflikt zwischen egoistischem Einzelinteresse und gesellschaftlich sinnvoller Tätigkeit. Seine Hoffnung auf eine Änderung dieser Konstellation hat er auf das „Bedürfnis nach nützlicher Arbeit“ gegründet, deren objektiven Ausdruck er in der Technik als dem hauptsächlichen Gegenspieler der bornierten menschlichen Geltungssucht und der Scheinwelt des Sozialprestiges, der Vergeudung und des Besitzdünkels sah.


Soviel zum Klappentext zu Veblens Theorie der feinen Leute (Fischer Taschenbuch). Dieses Buch soll im Seminar gelesen und eingehend besprochen werden. Der Diskussion wird ebenfalls breiten Raum gegeben. Ob wir zu weiteren Büchern von Thorstein Veblen (The nature of peace, Place of Science in Modern Civilization and Other Essays) kommen werden, hängt von deren breiten Verfügbarkeit ab.

Zum Autor: Thorstein Bunde Veblen wurde 1857 in Wisconsin (USA) als Sohn norwegischer Einwanderer geboren und studierte an der John Hopkins, der Yale und der Cornell Universität. Er war Professor für Ökonomie an der Universität von Chicago und an der Universität von Missouri, von 1918-1927 an der New School for Social Research (New York). Aufgrund seiner exzentrischen Art der Lehre und seines unorthodoxen Lebenswandels hatte er es schwer, eine dauerhafte akademische Anstellung zu finden: Die Universitäten Chicago und Stanford entließen ihn vorzeitig. Veblen war nicht nur ein origineller Geist, sondern auch ein Menschenverächter, der Jahre seines Lebens in völliger Vereinsamung verbrachte. Thorstein Bunde Veblen starb 1929.
 

Von den Teilnehmern wird die regelmäßige Lektüre der angegebenen Literatur sowie ein Kurzreferat erwartet. Es wird unangekündigt zwei schriftliche Kurzprüfungen geben. Der Schein erfordert zusätzlich eine schriftlich angefertigte Seminararbeit.

Literatur:

Reader+

Bitte melden Sie sich beim Reader+ an (Veranstaltungsnummer: 2104). Das Anmeldepaßwort wird in der Sitzung genannt.


Seminar: Die drei großen Probleme Deutschlands

Termin: Wöchentlich, Donnerstag, 16.00 bis 18.00 Uhr. P7

Teilnehmer:

Studierende im Haupt- und Nebenfach Soziologie

Stellung im Studiengang:

Magister: Allgemeine Soziologie
Diplom: Allgemeine Soziologie

Teilnahmebegrenzung: 35 Personen

Eine Anmeldung (persönlich oder per E-Mail oder per Einschreibeliste) ist nicht notwendig. Interessierte Teilnehmer erscheinen bitte zur ersten Sitzung.

Überblick

In dieser Veranstaltung werden die drei größten Probleme der Bundesrepublik Deutschland zum Veranstaltungszeitpunkt behandelt.

Diese werden in den ersten Sitzungen identifiziert, anschließend ausführlich diskutiert und nach ihrer Relevanz geordnet.

Dieses Seminar erfordert in besonderem Maße die Bereitschaft, sich selbständig auch in größere Themengebiete rasch einzuarbeiten und die Ergebnisse zu präsentieren.

Von den Teilnehmern wird die regelmäßige Lektüre der relevanten Literatur sowie ein Kurzreferat erwartet. Der Schein erfordert zusätzlich eine schriftlich angefertigte Seminararbeit.

Termine


27.4.2006

Einführung, Organisatorisches, Einleitung - da die Teilnehmerzahl viel zu hoch ist (>50), müssen wir abwarten, ob sich dies in den nächsten Wochen von selbst regelt (deshalb keine vorschnelle Auslosung).
- Kurze Zusammenstellung der drei größten Probleme (1) und der drei größten Erfolge (2) Deutschlands auf einer DIN-A4-Seite und Abgabe (wird nicht bewertet, soll als Kontrastvorlage für die letzten Sitzungen dienen).
- Erläuterung und Diskussion dieser drei Probleme mit dem Nachbarn.

Hausaufgabe: Essay, ca. 1,5 Seiten, zum Thema (1) bis zum 4.5. für alle. Bitte nach der Sitzung am 4.5. ausgedruckt abgeben sowie in den Reader+ einstellen.
- Dies gilt für alle schriftlich angefertigten Arbeiten in diesem Seminar: Wikipedia als erste Quelle ist nicht zugelassen.

4.5.2006

- Exemplarische Diskussion und Besprechung von Problemen oder Herausforderungen. Heranarbeitung an das Thema.
- Bildung von Arbeitsgruppen:
1) Arbeitslosigkeit: Katrin Busemann, Bernhard Gässl (Kurzvorstellung), Marzjana Vegar, Anna-Carina Oesterle, Katrin Feuerbach, Dennis Brasse. Forschungsthemen: 2%-Schwelle, Produktivität, Mindestlohn
2) Demographie: Saskia Liewig, Lena Ebert, Isabelle Rech, Paul Klebeck, Robert Heuer (Kurzvorstellung), Tim Hochgürtel (Kurzvorstellung), Artjom Vogel. Forschungsthemen: Genaue Zahlen, Geburtenziffer, Lebenswerwartung, Wanderung
3) Bildung/Erziehung:: Yvonne Till, Dominik Döll, Lucian Krill, Kathrin Woodson-Peters, Alexandra Schneiders, Martin Beuler, Daniel Militaru, Christoph Manjura, Jens Hoffmann, Yasmin Köhlinger. Forschungsthemen: PISA, Investitionen in Bildung: Zahlen
4) Integration / Migration: Audyexena Olena, Haiko Hörnig, Gideon Böss (Kurzvorstellung). Forschungsthemen:: Erfahrungen in Frankreich

11.5.2006

AG Bildung und Erziehung: Vortrag; Yvonne Till; Christoph Manjura (Bildung in Zahlen); Jens Hoffmann

18.5.2006

AG Demographie: Tim Hochgürtel (Entw. der Geburtenziffer); Saskia Ludwig (Ost/Westdt.; Anteil nichtehelicher Geburten); Lebenserwartung; Robert Heuer (Wanderung); Paul Klebeck (Int. Vergleich); Artjom Vogel (Lösungen)

25.5.2006

[entfällt: Feiertag Christi Himmelfahrt]

1.6.2006

AG Arbeitslosigkeit: Katrin Feuerbach (Produktivität); Katrin Busemann (2% Einstellungsschwelle Wirtschaftswachstum); Bernhard Gässl (Mindestlohn / Kombilohn)

8.6.2006

[entfällt: Pfingstferien]

15.6.2006

[entfällt: Fronleichnam]

22.6.2006

- AG Arbeitslosigkeit: Anna-Carina Oesterle (Produktivität); AG Integration / Migration: Haiko Hörnig (Entwicklung in den französischen Vorstädten); Gideon Böss (Frankreich: Hintergründe, "Marshall Plan" für Städte, gesetzliche Maßnahmen, Statistiken); Sacha Müller: Zuwanderungsrecht in Deutschland, Statistiken, "Slums in Deutschland"?
- Gründung einer neuen Arbeitsgruppe: "Sanierungsfall Deutschland? Zur Lage der öffentlichen Haushalte".

29.6.2006

- AG Integration / Migration (Alexandra Ibald, zentrale Merkmale von Deutschen und Zuwanderern, teilweise auf SOEP-Basis), Audyexena Olena (Ausländer in Deutschland: 7.334.765, im Jahr 2004 6312 Kurse, 90000 Teilnehmer, 1868: VHS, kommunale Einrichtungen, 912: Internationaler Bund, 659: Arbeiterwohlfahrt).

- kurze Bestandsaufnahme zu evtl. neueren Entwicklungen oder Einsparpotential: Alle Arbeitsgruppen - Bottom line: Mehr Geld für Bildung notwendig; Mehr Geld für die Schaffung neuer Arbeitsplätze notwendig; mehr Geld für Integration und Migration notwendig.

Hausaufgabe bis 6.7. (Abgabe): Essay (zwei bis drei Seiten) zu den folgenden Fragen:
- Verschuldung der öffentlichen Hand (
Größenordnung, Aufweis, Entwicklung, internationaler Vergleich)
- Einsparpotential der öffentlichen Ausgaben - Ihre Ideen (stichpunktartig incl. kurzer Begründung)
- Was wird passieren, wenn die Verschuldung immer weitergeht?
- Steuern der Unternehmen / Entlassungen / Subventionen, am Beispiel: Deutsche Bank, Allianz, VW

6.7.2006

- Exemplarische Besprechung der Hausaufgabe (Sacha Müller und )
- Bericht der Hartz-Kommission (Anna-Carina Oesterle und )

Verteilung des
- 20. Subventionsberichts
- 5. Berichts zur Lage älterer Menschen
- Migrationsberichts 2005
der Bundesregierung an die Arbeitsgruppen. Hausaufgabe: Kurzreferat am 13.7. zum Inhalt (dazu soll aber jeweils der ganze Bericht vollumfänglich gelesen worden sein).

13.7.2006

- Bericht der Hartz-Kommission (Bernhard Gässl: Personal-Service-Agenturen; Zusammenführung von Arbeitslosen- und Sozialhilfe; neueste Reformvorschläge des Bundesrats)
- Essay: Vorstellung Frank Fokken
- Subventionsbericht - Teilvorstellung (Martin Beuler)

20.7.2006

- Subventionsberichts (Daniel Militaru: S. 26-41, Neue Länder 2005-2019: 105 Mrd. E); S. 57-60; Anhang 7+8 (Olena Avdyeyeva); Beiheft (Alexandra Ibald)
- Berichts zur Lage älterer Menschen (Isabelle Rech, S. 9-145); Lena Ebert (S. 185-225)

27.7.2006

- Subventionsbericht (Alexandra Ibald: Beiheft); Flurbereinigungsverfahren
- Anhang 1 und Anhang 2 ( ): - Finanzhilfen (2,36% der Gesamtausgaben des Bundes, 6 Mrd. E)
- Steuervergünstigungen (16,4 Mrd. E, davon gew. Wirtschaft: 8 Mrd. E);  Subventionsquote
- Bericht zur Lage älterer Menschen: Paul Klebeck (225-); Seniorenwirtschaft, lebenslanges Lernen, Strukturgewinner (Gesundheits- und Freizeitbranche)
- Saskia Liewig: Teilhabe älterer Menschen; Frank Fokken: Ältere Migranten, Frühverrentung, allgemeine Zusammenfassung des Berichts

- Schlußbetrachtung, allgemeine Diskussion

- Endanbstimmung, Drei größte Probleme:
1) Bildung/Erziehung (19 Stimmen)
2) Überschuldung der öffentlichen Haushalte (18 Stimmen)
3) Arbeitslosigkeit (15 Stimmen)

Demographie und Integration mit 9 bzw. 5 Stimmen auf den Plätzen.


Literatur:

Reader+

Bitte melden Sie sich beim Reader+ an (Veranstaltungsnummer: 2105). Das Anmeldepaßwort wird in der Sitzung genannt.